Das Konzept des „Lebenshaus“ Jojo

Die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen entwickelt und verändert sich ständig. Das Konzept und die inhaltlich-methodischen Angebote des "Lebenshaus" JoJo zur OffenenKinder- und Jugendarbeit müssen diesen Entwicklungen und Veränderungen inhaltlich und strukturellangepasst werden.

Der Verein „Offene Jugendarbeit Uerdingen e.V.“. arbeitet seit seiner Gründung 1988 mit den

Grundhaltungen einer stadtteilorientierten, generationsübergreifenden, vernetzenden und an den

Persönlichkeiten orientierten Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen im Stadtteil Uerdingen.

Der Verein „Offene Jugendarbeit Uerdingen e.V.“ – das sind ehrenamtliche Menschen aus den verschiedenen Bezügen des Stadtteils Uerdingen, seinen evangelischen und katholischen Gemeinden, Lehrer und Lehrerinnen verschiedener Stadtteilschulen, Vertreter unterschiedlicher Institutionen, Jugendliche und Erwachsene und eine hauptamtliche Pädagogin, durch Wokja eine Erzieherin mit 12 Wochenstunden und in einem Projekteinsatz ein Jugendbeauftragter des Bistums Aachen.

Die bunte Vielfalt im Inneren ist gleichzeitig auch handlungsleitendes Motiv nach „Außen“; die Kinder und Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Bezügen und mit ihren Wünschen und Bedürfnissen da abzuholen, wo sie sind.

Wir blicken auf die direkte Umgebung, in der Kinder & Jugendliche leben, ihre Wohnungen, die Straße, die Treffs in den Gemeinden, die Schulen, die speziellen Treffpunkte im Stadtteil Uerdingen.

Wir blicken auf die "sozialen Netzwerke" ihrer Umgebung, d.h. die Freundeskreise, Cliquen, und die Institutionen, die ihren Alltag erweitern oder auch eingrenzen.

Nach fast 30 Jahren ehrenamtlicher Arbeit hat der Verein offene Jugendarbeit die Trägerschaft des Jojo zum 01.04.2016 an das Trägerwerk für kirchliche Jugendarbeit in der Region Krefeld im Bistum Aachen e. V. übergeben.

Das Trägerwerk für kirchliche Jugendarbeit hat sich die Förderung von Kindern und Jugendlichen in Krefeld und Umgebung durch vielfältige Angebote der kirchlichen Jugendarbeit zur Aufgabe gemacht.

Der Verein ist Träger für die kulturpädagogische Einrichtung „KRETA“, die mobile Spielaktion „Mobifant“ und die  „Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung CAFÈ OJE im Sozialraum Bleichpfad.“ sowie jetzt auch des Jugend- und Lebenshauses Jojo in Uerdingen.

http://www.traegerwerk-krefeld.de

 

Die Zielgruppen

 

Zielgruppen und Ansprechpartner des  "Lebenshaus" JoJo sind in erster Linie alle im Stadtteil lebenden Menschen, wobei den Kindern und Jugendlichen ein besonderer Raum geboten werden soll.

Das Arbeits- und Tätigkeitsfeld des"Lebenshaus" JoJo -insbesondere derhaupt-, neben- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen - orientiert sich an den Interessen und Bedürfnissen der Uerdinger Kinder und Jugendlichen, vorrangig auf die Kinder und Jugendlichen hin, die aufgrund ihrer ökonomischen, psychosozialen und soziokulturellen Lebensbedingungen benachteiligt und marginalisiert sind.

Darüber hinaus versteht sich das Arbeits- und Tätigkeitsfeld des "Lebenshaus" JoJo als Initiator neuer kind- und jugendgerechter Angebote im Stadtteil Uerdingen.

Ziel des "Lebenshaus" JoJost die Aktivierung der Kinder und Jugendlichen für ihre eigenen Fähigkeiten und Neigungen , die zum Einen zur Harmonisierung der Gesamtpersönlichkeit beitragen und zum Anderen der positiven Auseinandersetzung mit den anstehenden Problemen in Familie, Gruppe, Schule, Arbeitswelt und Freizeit dienen.

In den, auf die jeweiligen Zielgruppe hin formulierten, Angeboten sollen die Bewältigung von Problemstellungen und das Erwerben von Kompetenzen erfahrbar werden.

Dabei ist es dem "Lebenshaus" JoJo wichtig, daß Kinder und Jugendliche solidarisches Handeln und akzeptierendes Miteinander erleben und dadurch erlernen können.

 

Das „Lebenshaus“ Jojo, die Offene Kinder- und Jugendeinrichtung  

im Stadtteil 

 

Ausgehend von den Kindern und Jugendlichen, ihrer Kultur und ihren Lebensformen soll das „Lebenshaus“ Jojo als Schwerpunkteinrichtung Offener Kinder- und Jugendarbeit ihr Wohnzimmer, ihr Identifikations- und Lernort im Stadtteil Uerdingen sein, von ihnen (mit-)gestaltet und gefüllt. Erwachsene und MitarbeiterInnen sind eingeladen, hier von ihnen Neues zu entdecken und Menschsein im christlichen Sinn zu lernen.

Die inhaltlichen Dimensionen der Offenen Kinder- und Jugendeinrichtung Jojo orientieren sich in ihrer Ausrichtung und in ihrer inhaltlich-methodischen Umsetzung vor allem an Merkmalen, die als pädagogische Potentiale und unverwechselbare Chancen weitgehend Konsens sind:

Das Jugendhaus und „Lebenshaus“Jojo des Vereins ist ausgerichtet und gestaltet als 

 

•Sozialer Ort der Selbst- und Persönlichkeitsbildung

•Lebendiger Ort der Demokratie und des Weltverstehens

•Emanzipatorischer Ort der kritischen Reflexion

•Experimenteller Ort des Suchens und des Austestens

•Kultureller Ort der Zugehörigkeit und Integration

•Bildender Ort der eigenen Interessen und des Eigensinns

•Geselliger Ort des Zusammenlebens

•Kommunikativer Ort des Aushandelns

•Selbstbestimmter Ort ohne Erwachsene mit Eigenzeiten

•Professioneller Ort der Hilfen zur Lebensbewältigung (*)

 

Damit ist eine dem Verein besondere Bedeutung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ausgewiesen, die gerade den formal schlecht gebildeten und marginalisierten Kindern und Jugendlichen (s.o.) in unsicheren und ungewissen Zeiten wichtige Erfahrungen von: 

 

•Anerkennung und Wertschätzung, 

•Halt und Stütze,

•von zivilen Formen des Zusammenlebens,

•den Umgang mit Anderssein und Pluralität,

•das Kennenlernen ihrer Potentiale und Stärken ermöglichen.

 

 

Persönlichkeitsbezogener Arbeitsansatz:

 

Dem "Lebenshaus" JoJo ist es ein Anliegen, Erfahrungsfelder in Beziehungen zu bieten und Angebote zu formulieren ,die zum Aufbau eines realistischen und leistungszuversichtlichen Selbstbildes, der eigenen Rolle, von Kindern und Jugendlichen beitragen. Dies soll geschehen über Angebote der Körpererfahrung als Selbsterfahrung, Selbsterfahrung aus der Wirkung des eigenen Verhaltens und Selbsterfahrung in der Zuordnung der Eigenschaften durch andere, in Beziehung und Interaktion. 

Dabei sind uns sowohl Angebote zur individuellen Entwicklung im Prozeß, als auch gruppenorientierte Maßnahmen wichtig, in denen vor allem soziale Verhaltensweisen, Gruppenerlebnisse , partnerschaftliches Messen der Kräfte und das Einbringen persönlicher Stärken und Schwächen eine Rolle spielen. 

Diese Angebote führen zu mehr Selbst-be-wußt-sein und Selbstvertrauen und stehen im Zusammenhang mit der harmonischen Gesamtentwicklung einer Person im sensorischen, motorischen, kognitiven und sozial-emotionalen Bereich. 

 

 

Institutionsübergreifende Arbeitsansätze, Vernetzung 

 

Das "Lebenshaus" JoJo sieht in der sich weiter fortschreitenden Funktionalisierung und Segmentierung der Lebensräume und des Lebensalltags von Kindern und Jugendlichen , als auch der damit verbundenen Spezialisierung von sogenannten Hilfen ( Betreuungsangebote der Schulen, Jugendberatung, Jugendbildung, Jugendfreizeitarbeit, etc.) die Notwendigkeit, "Vernetzungsangebote und -formen" zu stützen, die Kinder und Jugendliche in ihrer Gesamtheit und Eingebundenheit in ihre Lebensbezüge wahrnehmen.

Dazu zählt für das "Lebenshaus" JoJo die Vernetzung der unterschiedlichen Kinder- und Jugendangebote der freien und kommunalen Träger in Krefeld-Uerdingen:

-zwischen den sich im Stadtteil befindenden Schulen und den Angeboten der Kinder- u. Jugendarbeit im Stadtteil

-zwischen den kirchlichen Gemeinden im Stadtteil Uerdingen und die damit gelebte "Weggemeinschaft" (Ökumene , Erwachsenengemeinde,  Kinder u. Jugendliche ).

 

Dies mit dem Ziel:

- dass damit Verantwortung von vielen für die Kinder- u. Jugendarbeit im Stadtteil

  wächst, bzw. deutlich wird

- dass Begegnungen unterschiedlicher Gruppen aus unterschiedlichen sozialen 

  Herkünften (in den Einrichtungen) stattfinden

- damit Bezugspersonen für Kinder u. Jugendliche in den unterschiedlichen 

  Angeboten im Stadtteil anzutreffen sind

- damit Wege zur Förderung , Beratung und Begleitung der Kinder u. Jugendlichen

  schnell und unbürokratisch verlaufen.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass die Arbeit des VOJ nicht als Konkurrenz bzw. als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung bestehender Angebote gesehen und verstanden werden soll.

 

Stadtteilorientierung, Lebensraumorientierung

 

Offene Kinder- u. Jugendarbeit findet in der Regel nicht in den alltäglichen Lebens- und Handlungsräumen der Kinder u. Jugendlichen statt, sondern fügt ihnen einen weiteren pädagogischen Raum hinzu.

Sozialisation, Umweltaneignung, vollzieht sich aber vor allem in den Lebensräumen, in denen sich alltägliches Leben von Kindern und Jugendlichen abspielt.

Umweltaneignung (Sozialisation) bezieht sich auf:

- die direkte Umgebung, in der der Jugendliche lebt, seine Wohnung, die Straße, das 

  Jugendhaus, die Schule, ein spezieller Treffpunkt im Stadtteil

- die "sozialen Netzwerke" in seiner Umgebung, d.h. der Freundeskreis, Cliquen, Freund/in, 

  Verwandtschaften und die Institutionen, die seinen Alltag erweitern oder auch eingrenzen, 

  wie öffentliche Dienststellen, Einrichtungen, Verkehrsmöglichkeiten, Jugendarbeiter etc.

- das gesellschaftlich-ideologische System, welches die sozialen Netzwerke und Institutionen 

  mit Bedeutungen und Strategien versorgt (Gesetzgebung, herrschende Wertvorstellung)

Maßstab für die Effektivität von Offener Kinder- u. Jugendarbeit ist nicht nur, was innerhalb spezialisierter Gebäude passiert, wichtig ist vielmehr, inwieweit wir in der Lage sind, Zugangsformen zu den informellen, sich nur kurzfristig zusammenfindenden Gruppen im Stadtteil - somit zu den alltäglichen Lebensräumen der Kinder u.  Jugendlichen - zu finden.

Aufsuchende Arbeit, Treffpunktarbeit, Straßensozialarbeit sind in diesem Sinne unumgänglich, um Kinder u. Jugendliche zu erreichen und ihnen in "ihrer" Situation zu begegnen.

Dezentrale "Räume" ( z.B. in den Gemeindehäusern) vor Ort sollen den unterschiedlichen Gruppen/Szenen Möglichkeiten bieten, sich wohnortbezogene Angebote in Zusammenarbeit mit den Aktiven in den Gemeinden schaffen zu können.

Die Konkretisierung dieses Grundhaltung ist abhängig von der personellen Ressourcen des Vereins „Offene Jugendarbeit Uerdingen e.V.“

 

Generationsübergreifender Arbeitsansatz

 

Kinder u. Jugendliche sind als ein Element von vielen innerhalb sozialer Zusammenhänge und Kontexte des Stadtteils wahrzunehmen.

Dies bedeutet unter anderem, das nur ein Miteinander und ein Austausch von "Alt" und "Jung" zu einer gegenseitiger Akzeptanz, zur Bearbeitung gemeinsamer Interessen und zu einer "sinnproduzierenden Auseinandersetzung" führen kann. 

Ausgehend von den Kindern und Jugendlichen, ihrer Kultur und ihren Lebensformen sind ihre Treffpunkte ihre Identifikationsorte, von ihnen entscheidend gestaltet und gefüllt (Leben in Fülle), an denen sich auch Erwachsene orientieren können.

Hier ist es die Aufgabe des VOJ, einerseits neue Begegnungsfelder zu schaffen, andererseits vorhandene Strukturen zu nutzen, um die Mitverantwortung der Erwachsenengeneration einzufordern und die Entwicklungen im Arbeitsfeld "Kinder- und Jugendarbeit" rückkoppeln zu können. 

 

Grundwerte und Prinzipien des "Lebenshauses" JoJo

 

 Offenheit und Toleranz

- die Angebote des Vereins "Offene Jugendarbeit Uerdingen e.V.“ richten sich grundsätzlich an alle Kinder und Jugendliche im Stadtteil Uerdingen, unabhängig von ihren individuellen Lebensbedingungen, ihren persönlichen Umständen, ihrer Herkunft, und ihrer religiösen Wurzeln.

 

 Partnerschaftlichkeit

- der Verein "Offene Jugendarbeit Uerdingen e.V.", seine haupt-, neben- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sehen sich als DialogpartnerInnen im Beziehungsfeld mit Kindern und Jugendlichen, wo ihre Interessen und Bedürfnisse wahrgenommen und auf partnerschaftlicher Ebene zum Thema gemacht werden 

 

 Freiwilligkeit und selbstgewählte Verbindlichkeit

- die Angebote des Verein "Offene Jugendarbeit Uerdingen e.V." beruhen auf Freiwilligkeit mit der Möglichkeit, in den angebotenen Freiräumen Verantwortung zu übernehmen, sich zu entwickeln und zu wachsen.

 

 Balance zwischen Spielen und Lernen

- beide Bereiche haben für uns ihren eigenen Wert; das Lustige, Ausgelassene, Genießerische, das Lockere, wie auch das Ernste, Zielstrebige, Konzentrierte und Überlegte. Der Erlebniswert bildet sich über eine gelungene Balance beider Bereiche ab.

 

 Ökumene

- evangelische und katholische Gemeinden aus Krefeld - Uerdingen tragen als konstitutionierende Partner im Sinne des Weggemeinschaftsgedankens Verantwortung und entwickeln gemeinsam diesen Gedanken fort.

 

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Vgl. Rahmenkonzept für Jugendfreizeitstätten im Bistum Aachen 1994

Vgl. Prof. Dr. Benno Hafeneger, Uni Marburg, Erziehungswissenschaftler (*)

Hier ist das Jojo zu finden

Jugendhaus Jojo

Lübecker Weg 51

47829 Krefeld

Tel: 02151 -9318090

Mob: 0177 7110717

Email:

buenzel@traegerwerk-krefeld.de

Kontakt

Einfach anrufen:

 

02151 -9318090

 

oder das Kontaktformular nutzen.

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